Spurensuche Glauben

27. 02. 2018 19:30 - 21:30

ENCHEMIN.jpgDas Wort „Mission” kommt uns nicht mehr ganz leicht über die Lippen: Zu sehr ist der Begriff belastet durch die Schattenseiten der christlichen Missionsgeschichte. Dazu steht das Konzept im Kontrast zur gängigen Praxis, die Frage der Religion zur Privatsache zu erklären, die man besser nicht öffentlich diskutiert.

Auf der anderen Seite ist aber die Verbreitung der Botschaft zentral im Christentum. „Darum geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern”, liest man am Ende des Matthäusevangeliums. Wir stehen vor der Herausforderung, die christliche Botschaft zeitgemäss und ansprechend zu vermitteln an eine neue Generation, die oftmals nicht mehr „klassisch christlich sozialisiert“ ist.

In der diesjährigen ökumenischen Spurensuche Glauben möchten wir uns dem Begriff „Mission” kritisch nähern, reformierte und
katholische Blickweisen kennenlernen und ins Gespräch kommen mit Frauen und Männern, die sich selbst aufgemacht haben,
um missionarisch tätig zu sein.

Die Abende finden jeweils statt von 19.30 bis 21.30 Uhr im Pfarreizentrum St. Theres (rte. Ste-Thérèse 5, Freiburg). Aus organisatorischen Gründen freuen wir uns über eine Anmeldung bis zum 19. Februar mit dem Formular unten auf der Seite.

FLYER

Zu den Abenden:

Di, 20. Februar: Das Christentum als missionarische Religion: Plädoyer für eine Denkform der Evangelisierung mit Prof. Mariano Delgado
Der Vortrag möchte in einem ersten Schritt zeigen, dass das Christentum als missionarische Religion, als „Geht-hin“- Religion von Anfang an mit drei Merkmalen ausgestattet war, die seine Ausbreitung förderten und die Denkform (Hermeneutik) der Evangelisierung prägten: Neuer Volk-Gottes-Begriff, Translations- und Inkulturationsfähigkeit, Kultur der Barmherzigkeit. In einem zweiten Schritt werden die Grundtypen der Phasen der christlichen Missionsgeschichte mit ihren Licht- und Schattenseiten präsentiert – nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund, inwieweit die Hermeneutik der Evangelisierung als Denkform des Christentums darin wirksam war. Der dritte Schritt versucht schliesslich eine Interpretation des zweiten Vatikanischen Konzils und der Aufgaben der Gegenwart im Lichte der genannten Denkform der Evangelisierung.

Di, 27. Februar: Der Glaube ist kein Schneckenhaus (Karl Barth). Theologisches Nachdenken über Grund und Sinn von christlichem Glauben und Mission mit Prof. Elke Pahud de Mortanges
„Lieber Freund, du magst ein sehr innerlicher Mensch sein, aber sieh zu, dass du gewürdigt wirst, deinen Glauben öffentlich zu verantworten (…). Hüten wir uns wohl vor der Vorstellung, dass das Bekenntnis eine Sache des Glaubens sei, welche nur im ‚Raume der Kirche‘ laut werden dürfe und solle“. Kein geringerer als der grosse reformierte Theologe Karl Barth hat uns Christen diese Sätze ins Stammbuch geschrieben. Die sich in der Sprache ihrer Zeit bereits in 1 Petr 3,15 finden und von uns fordern, dass wir hinausgehen in die Welt und auf dem Marktplatz Zeugnis ablegen von der Hoffnung, die uns als Christen trägt. Warum das nötig ist und warum das essentiell mit dem, was christlich ist und was Mission meint, zu tun hat, das soll Gegenstand des gemeinsamen Nachdenkens an diesem Abend sein.

Mo, 05. März: Ein Dokument zur Mission aus der weltweiten Kirche: „Gemeinsam für das Leben. Mission und Evangelisation in sich wandelnden Kontexten“ mit Pfr. Martin Burkhard
Das Dokument „Gemeinsam für das Leben. Mission und Evangelisation in sich wandelnden Kontexten.“ wurde vom Zentralausschuss des ÖRK im September 2012 im Konsensverfahren einmütig angenommen. Das Thema des Lebens und das Motiv des Geistes und seiner transformierenden Kraft stehen in diesem Dokument an prominenter Stelle. Diese Missionserklärung ist ein offizielles Dokument des ÖRK und wurde während der letzten Vollversammlung des ÖRK im Oktober 2013 in Korea in einem Plenum vorgestellt und wird seither diskutiert, studiert, integriert in die lokalen Kirchen. Martin Burkhard wird es uns an diesem Abend näher bringen.

Di, 13. März: Podiumsdiskussion
Was motiviert Männer und Frauen heute, einen „missionarischen Dienst“ zu übernehmen? Mit welchem Begriff von Mission im Hinterkopf werden sie aktiv und welche Erfahrungen haben sie gemacht? Damian Rast diskutiert mit Andrea Moresino (Einsatz in Kolumbien, Bethlehem Mission Immensee), Christian Weber (Basler Mission) & Magdalena Blaser (Laienmissionarinnen).
Anschl. ökumenischer Gottesdienst und Teilete.


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