Papstmesse in Genf

Zum Jubiläum des Ökumenischen Rates der Kirchen, der sein 70-jähriges Bestehen feiert, besuchte Papst Franziskus am 21. Juni die Schweiz und setze damit ein wichtiges ökumenisches Zeichen. Zudem feierte er anschliessend im Zentrum Palexpo eine Messe. Mit dabei waren auch 25 Personen unserer Pfarrei - begleitet von P. Pascal Marquard und Christina Mönkehues-Lau.

Es liest sich wie eine Aufzählung von Superlativen: 526 Konzelebranten, 50‘000 Hostien hergestellt von Freiburger Ordensschwestern, 300 Freiwillige im Einsatz, 50 Posten für die Sicherheitskontrolle, 50 LKWs mit Material – allein davon 20 für die rund 40‘000 Stühle. Die Organisation der Papstmesse war wahrlich eine organisatorische Meisterleistung. Auch aus Deutschfreiburg machten sich mehrere Pfarreien auf den Weg, um den Papst zu sehen und mit ihm die Messe zu feiern.

Nach der zügigen Sicherheitskontrolle nach Flughafenstandard konnte man sich an verschiedenen Ständen informieren, z.B. über die Schweizer Garde, die neusten Bücher des Augustinuswerks oder auch ein Souvenir erstehen. Die katholische Kirche Genf hatte zur Unterstützung des Anlasses einen eigenen Jutebeutel kreiert. Auch für das leibliche Wohl wurde gesorgt. Besonders dankbar waren die Besucher für das Wasser, das gratis verteilt wurde.

Die Suche nach Plätzen gestaltete sich ebenfalls einfacher als gedacht: Für alle BesucherInnen war ausreichend Sitzplatz vorhanden. Da die Türen zum Messezentrum schon um 16.30 Uhr geschlossen wurden, blieb noch ausreichend Zeit, um mit den Sitznachbarn ins Gespräch zu kommen.

Ein besonderes Highlight war für die Besucher sicher die Tatsache, dass der Papst sich vor der Messe noch die Zeit nahm, um einmal durch alle Gänge zu fahren und die Gottesdienstteilnehmer zu begrüssen.
In seiner Predigt zum Vaterunser hob der Papst drei Stichworte hervor: „Vater“, „Brot“ und „Vergebung“. Von Gott komme jede Mutter- und Vaterschaft, betonte er. So gebe es keinen Sohn ohne Vater, aber auch keinen Vater ohne Kinder. „Keiner von uns ist ein Einzelkind, jeder muss sich um seine Brüder und Schwestern in der Menschheitsfamilie kümmern“, so Papst Franziskus.

Mit der Bitte nach Brot, sei die Bitte um das Lebensnotwendige ins Wort gefasst, das für jedermann zugänglich sein solle. Gleichzeitig rief der Papst damit auch zu einem einfachen Lebensstil auf. „Es geht um die Entscheidung, auf viele Dinge zu verzichten, die das Leben voll, aber das Herz leer machen“, konstatierte der Pontifex und hob dabei besonders den Mut zur Stille, zum Gebet und zur Beziehung mit Menschen statt mit Dingen in den Vordergrund.

Schliesslich betonte er, dass Gottes Vergebung uns geschenkt wird, wir aber im Gegenzug immer wieder gefordert sind, auch selbst zu vergeben. Damit unterstrich er auch den Geist der Einheit unter den Christen nach Jahrhunderten der Erfahrung von Kontroversen und Spaltungen.

Am Ende bleibt der Dank an das Bistum und die zahlreichen Helferinnen und Helfer für die grossartige Organisation und die Möglichkeit dieser eindrücklichen Erfahrung!

Christina Mönkehues-Lau

Fotos: Jean Gadmer für das Bistum LGF, Christina Mönkehues-Lau